Muttermal juckt: Was tun, wenn es juckt? Ist es gefährlich?

Was passiert, wenn ein Muttermal juckt? Diese Frage und mehr werden in diesem Artikel beantwortet! ✓

Muttermal juckt- Was tun, wenn es juckt? Ist es gefährlich?

Für die einen können Muttermale auf der ein oder anderen Körperstelle einen gewissen Reiz haben, andere empfinden sie einfach nur als lästig. Normalerweise sind Muttermale nichts weiter als dunkle Pigmentflecken. Doch unter gewissen Umständen verändern sie sich. Sie können wachsen, eine andere Farbe annehmen oder auch jucken.

Der erste Gedanke ist oft: Hautkrebs. Doch was steckt hinter einem juckenden Muttermal, was genau sind Leberflecken, ist es immer gleich Krebs und wenn doch, wie sieht die Behandlung aus? All diese Fragen klären wir im folgenden Artikel.

Was ist ein Muttermal?

Ein Muttermal ist eine Ansammlung pigmenthaltiger Zellen. Ist die Anzahl der Zellen sehr hoch, kann der entstandene dunkle Fleck auf der Haut auch erhaben sein. Dann spricht man von einer gutartigen Wucherung. Synonyme für Muttermal sind auch Leberfleck oder Nävus.

Viele dieser Leberflecke sind angeboren, daher auch der Name „Muttermal“. „Vatermal“ wäre allerdings genauso möglich, da ihre Form und Größe genetisch festgelegt sind. Einige Muttermale sind sofort nach der Geburt sichtbar, andere entwickeln sich im Laufe der Kindheit.

Doch genauso können Muttermale spontan entstehen während der Jugend oder des Erwachsenendaseins.

Hauptsächlich auf dem Rücken, an den Beinen und Armen vermehren sich die Zellen eines bestimmten Typs stark und führen zu neuen Leberflecken. Aufgrund der Lokalisation schließt man, dass eine vermehrte Lichtexposition und UV-Strahlung maßgeblich dazu beiträgt. Inzwischen wird auch wissenschaftlich immer wieder untermauert, dass die UV – Strahlung, die Sonnenbrand auslöst, die Muttermalzellen zum Wachsen anregen kann und die Zellen zusätzlich schädigt.

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10 Arten von Muttermalen können gefährlich sein.
10 Arten von Muttermalen können gefährlich sein.

Sind Muttermale gefährlich?

Es gibt zirka 20 verschiedene Arten von Muttermalen. Sie unterscheiden sich nach Lokalisation und Zelltyp. Rund die Hälfte davon kann man als gutartig einstufen. Diese werde sich im Laufe des Lebens mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in eine bösartige Variante verwandeln.

Die anderen 10 Arten haben prinzipiell das Potential zu entarten und sich zu Krebs zu entwickeln. Um sicher zu gehen, zu welcher Art das Muttermal gehört, müssen Zellen davon in einem Labor exakt untersucht werden.

Grundsätzlich gilt, dass auffällige oder sich in Form, Farbe und Größe verändernde Muttermale immer unter Beobachtung stehen sollten.

Muttermal juckt – was sind die Ursachen und wo liegt die Gefahr?

Ein juckendes Muttermal ist nicht immer gleich ein Anzeichen für eine schlimme Erkrankung. Manchmal entwickelt sich direkt unter dem Muttermal ein Pickel, der in seiner Entstehung den Juckreiz auslöst. Auch eine sehr trockene Haut oder verschiedene Hauterkrankungen wie Neurodermitis können einen Juckreiz auslösen, der nicht unbedingt vom Muttermal ausgehen muss.

Ist es jedoch nachweislich der Leberfleck, der juckt, dann solltest du schnellstmöglich einen Termin bei einem Hautarzt machen. Ein juckendes Muttermal kann immer ein Hinweis auf ein Melanom, also die Entwicklung des schwarzen Hautkrebs bedeuten. Sollte der Arzt das feststellen, wird er dir den Leberfleck schnellstmöglich entfernen.

Das ist nicht weiter kompliziert. Die Gefahr durch das sogenannte maligne Melanom, besteht in seiner Aggressivität. Diese Art von Krebs streut seine veränderten Zellen schnell ins Blut und in die Lymphe, die dann auch Organe befallen können. Der schwarze Hautkrebs ist die tödlichste Hautkrankheit.

Wenn es sich um ein gefährliches Muttermal handelt, kann ein Arzt ihn schnell entfernen
Wenn es sich um ein gefährliches Muttermal handelt, kann ein Arzt ihn schnell entfernen

Wann mit einem Muttermal zum Arzt?

Muttermale sind normalerweise Pigmentflecke, die weder schmerzen oder jucken noch auf Reize reagieren.

Auftretende, auffällige Veränderungen eines bestehenden Muttermals, sowie eine plötzliche Neubildung, sollten immer schnellstmöglich von einem Arzt untersucht werden.

Doch auch bei nicht akutem Geschehen ist es sinnvoll, alle zwei Jahre die Muttermale von einem Hautarzt untersuchen zu lassen. So können Veränderungen schon frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Außerdem gibt es bestimmte Risikogruppen, die einmal mehr ein Hautscreening durchlaufen sollten.

Hattest du schon einmal ein Melanom, das heißt, warst du schon am Hautkrebs erkrankt, empfiehlt es sich, alle drei bis sechs Monate eine Untersuchung durchführen zu lassen. Alle sechs bis zwölf Monate sollten Personen zum Hautscreening gehen, in deren Familien schon Fälle des schwarzen Hautkrebses vorkamen, die von Geburt an sehr große oder sehr viele (mehr als 50) Leberflecke aufweisen oder im Allgemeinen sehr hellhäutig und meist blond sind.

Denn helle Hauttypen sind gefährdeter als dunklere Hauttypen. Auch wenn du dich intensiv und lange der Sonne aussetzt, Solariumgänger bist, viele Sonnenbrände hattest oder unter einem geschwächten Immunsystem leidest, giltst du als Risikopatient, der einmal im Jahr einen Hautcheck machen lassen sollte.

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Muttermale bei Kindern

Bei Kindern ist es häufig schwer zu unterscheiden, ob nun das Muttermal juckt oder aber die Haut drumherum. Gerade Kleinkinder können das meist nicht genau benennen. Deshalb ist es sinnvoll, die Situationen, in denen es zu Juckreiz kommt bzw. in denen das Kind am Leberfleck kratzt, genau zu beobachten.

Meist reicht ein Stoß oder Reibung, um bei Kindern auch mal Juckreiz auszulösen. Häufig sind auch trockenen Haut, Ekzeme oder allergische Reaktionen die Ursachen. Dann gilt es Wasch- und Pflegesubstanzen zu überprüfen.

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PH – neutrale Seifen und rückfettende Körperpflegen können die Symptome schnell lindern. Bösartige Veränderungen von Leberflecken sind bei Kindern eher selten und treten meist erst mit zunehmendem Alter auf.

PH-neutrale Seife kann einen juckenden Muttermal schnell lindern
PH-neutrale Seife kann einen juckenden Muttermal schnell lindern.

Muttermale bei Schwangeren

Aufgrund der hormonellen Umstellung des Körpers kommt es während einer Schwangerschaft bei Frauen zu einer vermehrten Bildung von Muttermalen. Meist handelt es sich hier um erworbene Leberflecke, die nicht weiter gefährlich sind.

Dennoch kommt es durchschnittlich zu einer vermehrten Veränderung gutartiger Muttermale zu bösartigen Krebsvorstufen. Von daher sollten schwangere Frauen einen genauen Blick auf neu gebildete und auch länger bestehende Leberflecke haben und gegebenenfalls zügig einen Arzt aufsuchen.

ABCDE – Regel – zur Selbstkontrolle

Du hast ein Muttermal bei dir entdeckt, das dir irgendwie verdächtig vorkommt? Dann kannst du dir in Selbstkontrolle mithilfe der ABCDE – Regel einen ersten Überblick verschaffen, wie akut dein Verdacht ist. Jeder Buchstabe steht dabei für eine Eigenschaft deines Muttermals, die du genau untersuchen solltest.

  • A = Asymetrie: Muttermale sind normalerweise gleichmäßig rund bis oval. Wächst oder schwillt dein Muttermal plötzlich nur in eine Richtung oder läuft asymmetrisch aus, kann das ein Hinweis auf eine krankhafte Veränderung sein.
  • B = Begrenzung: Muttermale sollten immer scharf begrenzt sein. Die Abgrenzung zum anderen Hautareal darf nicht verschwimmen.
  • C = Color: Allgemein gilt, je dunkler ein Leberfleck ist, desto größer ist die Gefahr der Entartung der Zellen. Es gibt jedoch auch harmlose, sehr dunkle Muttermale. Verändert dein Muttermal jedoch die Farbe deutlich, ist das ein Fall für den Arzt.
  • D = Durchmesser: Der Durchmesser eines Muttermals sollte nicht mehr als 5-6 Millimeter betragen. Ist es größer oder nimmt der Durchmesser in letzter Zeit zu, dann sollte es untersucht werden.
  • E = Entwicklung: Auffällige Entwicklungen eines Muttermals sollten immer einem Arzt vorgestellt werden. Das heißt, wenn es plötzlich erhaben ist, blutet, juckt, nässt, schmerzt oder seine Farbe, Form oder Größe verändert.

Trifft einer oder treffen mehrere Punkte auf dein Muttermal zu, musst du nicht in Panik verfallen. Eher selten verbirgt sich hinter einer Veränderung ein bösartiger Tumor, dennoch solltest du das Risiko nicht unterschätzen und schnellstmöglich einen Termin bei einem Dermatologen vereinbaren.

Muttermale können im Laufe deines Lebens Veränderungen aus verschiedenen Gründe erfahren. Dazu zählen genetische Faktoren wie auch der Einfluss von Hormonen. Manchmal lässt sich auch kein direkter Auslöser für eine Veränderung feststellen. Dann spricht man von idiopathischem Geschehen Dann solltest du deine Leberflecke einfach weiter aufmerksam beobachten.

Die Diagnose eines juckenden Muttermals

Ausgebildete Dermatologen sind sehr gut in der Lage, ein Muttermal auf seine Entartung bzw. sein Risiko zur Veränderung einzuschätzen im Frühstadium zu identifizieren. Nachdem er sich mit der ABCDE – Regel einen Überblick verschafft hat, untersucht er deine verdächtigen Leberflecke mit Hilfe eines Auflichtmikroskops.

Ein auffälliges oder verdächtiges Muttermal wird unter lokaler Betäubung schnellstmöglich entfernt. In einem speziellen Labor werden die Zellen dann genau untersucht.

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Therapie des juckenden Muttermals

Entscheidet der Arzt nach der Untersuchung, dass das Muttermal entfernt werden sollte, wird es in einem meist ambulanten Eingriff herausgeschnitten. Dafür bekommst du eine lokale Betäubung. Der Leberfleck wird anschließend vollständig und mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand zur gesunden Haut entfernt.

Wie großzügig herausgetrennt wird, ist auch abhängig von der Dicke und dem Durchmesser des Muttermals. Der Sicherheitsabstand beträgt 1 bis 2 Zentimeter. Wichtig ist, dass alle Hautschichten bis auf die Muskelfaszien entfernt werden.

Um eine Narbenbildung im Gesicht so gering wie möglich zu halten wird der chirurgische Eingriff hier mit Hilfe eines Mikroskops durchgeführt.

Um Herauszufinden, ob es sich bei dem veränderten Muttermal um ein Melanom handelt, wird es in ein spezielles Labor zur Diagnostik geschickt. Bestätigt sich der Verdacht, sollten Lymphknoten in der Nähe des Muttermals untersucht werden, um auszuschließen, dass der Hautkrebs gestreut hat.

Eine reine Biopsie, das heißt die Entfernung einzelner Zellen aus dem Muttermal, um es zu diagnostizieren, findet heutzutage nicht mehr statt. Denn sollte es sich um ein Melanom handeln, besteht hier die Gefahr, dass der Krebs so schneller in die Blutbahn oder die Lymphe streut.

Außerdem besteht die Möglichkeit, ein verdächtiges Muttermal auch per Laser zu entfernen. Trotzdem bei dieser Methode weniger Narben entstehen, wird sie dennoch weniger angewandt. Durch den Einsatz des Lasers wird die Haut so stark verbrannt, dass sich die Zellen im Nachhinein nicht mehr auf ihre Entartung untersuchen lassen.

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Juckreiz als Symptom des weißen Hautkrebses

Ein juckendes oder anderweitig auffälliges Muttermal wird zuallererst auf schwarzen Hautkrebs untersucht. Doch Juckreiz kann ebenso ein Hinweis auf den weißen Hautkrebs sein. Dieser bildet sich jedoch eher selten auf Leberflecken und beginnt häufig im Gesicht oder generell am Kopf.

Da er meist hautfarben ist, erkennt man ihn schwerer. Entzündete, juckende Stellen, die nässen und sehr schlecht abheilen oder Verhornungen und Krusten bilden, sollten in jedem Fall einem Hautarzt vorgestellt werden. Im Allgemeinen ist der weiße Hautkrebs weniger aggressiv und besser zu behandeln.

Kann aus Sommersprossen Krebs entstehen?

Sommersprossen gelten auch als Muttermale. Allerdings befinden sie sich nur auf der Hautoberfläche. Sie dunkeln durch Sonneneinstrahlung nach und verblassen oft im Winter. Auf Sommersprossen kann sich kein Melanom entwickeln.

Dennoch sollten Menschen mit vielen Sommersprossen vorsichtig sein, denn meist sind sie sehr hellhäutig und somit stärker gefährdet als dunklere Hauttypen.

Das juckenden Muttermal war ein Melanom  – wie ist die Prognose?

Nicht jeder Juckreiz oder jede Veränderung eines Muttermals bedeutet gleich, dass es bösartige Krebszellen aufweist. Doch selbst wenn nach der Entfernung eine Entartung festgestellt wurde, ist eine vollständige Heilung möglich. Diese ist abhängig von

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  • der Dicke des Tumors
  • der Tiefe des Eindringens
  • des Subtyps

der entarteten Zellen. Außerdem ist entscheidend, in welchem Stadium das Muttermal entfernt wurde. Je früher, desto besser. In tiefe Hautschichten vorgedrungene Krebszellen neigen zur Metastasenbildung. Diese finden sich am häufigsten in

  • Lunge
  • Skelett
  • Leber
  • Gehirn.

Je nach Ort ist dann die Prognose für die Betroffenen nicht mehr so gut.

Außerdem streuen maligne Tumore auch in andere Hautareale, weshalb weitere Muttermale besonders beobachtet werden sollten.

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Wie kann ich vorbeugen?

Auf die Bildung von Leberflecken und Muttermalen hast du kaum Einfluss. Denn diese Information wie auch dein Hauttyp sind durch deine Gene bestimmt. Zu einem geringen Teil kannst du der spontanen Neubildung vorbeugen. Vor allem geht es bei der Prophylaxe darum, die Zellen bestehender Muttermale vor der Entartung zu schützen.

Hauptgrund für die Entstehung des schwarzen Hautkrebses ist eine zu hohe Sonneneinstrahlung.

Inzwischen ist bewiesen, dass nicht nur UVB, sondern auch UVA-Strahlung Hautzellen schädigen können. Setze dich im Sommer nicht der Mittagssonne aus und trage immer einen ausreichenden Lichtschutzfaktor auf, um deine Haut vor der Strahlung zu schützen.

Vor allem Kleinkinder sollten nicht unbekleidet in die Mittagssonne. Ihre Haut hat einen sehr geringen Eigenschutz und die Folgen frühkindlicher Sonnenbrände zeigt sich meist erst Jahre später.

Auch Reibung kann das Risiko für die Entstehung von Hautkrebs auf Muttermalen erhöhen. Das betrifft Muttermale auf Höhe des Hosenbundes, im Bereich von BH-Trägern und an den Füßen und Fußsohlen. Durch die Reibung kann der Leberfleck gereizt und irritiert werden, was zu Zellveränderungen führen kann. Von daher entfernen Hautärzte dort lokalisierte Muttermale vorsorglich.

Wie bei allen anderen Erkrankungen auch, kann eine gesunde Lebensweise ebenfalls das Risiko senken, an Hautkrebs zu erkranken. Eine gesunde Ernährung und die Aufnahme ausreichender Antioxidantien kann die Zellen von innen zusätzlich schützen.

In diesem Video findest du weitere wertvolle Informationen über das Thema Muttermale und Leberflecken:

Fazit: Muttermal juckt

Muttermale sind von Natur aus nicht gefährlich. Es sind Anhäufungen von Pigmentzellen, deren Entstehung meist genetisch festgelegt ist. Aufgrund verschiedener Einflüsse, zu denen hauptsächlich UV-Strahlung zählt, können sich die Zellen verändern. Unter Umständen kann ein Melanom, der schwarze Hautkrebs, entstehen.

Ein juckendes oder auch sich anderweitig veränderndes Muttermal kann viele Ursachen haben und stellt keinen Grund zur Panik dar. Dennoch sollte man es schnellstmöglich einem Arzt vorstellen, um Komplikationen oder Folgeerkrankungen zu vermeiden.

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Quellen:
  • https://www.brigitte.de/gesund/das-muttermal-juckt—ist-das-gefaehrlich–11551826.html
  • https://www.dermtest.com/neuigkeiten/gefahrliche-muttermale-erkennen
  • https://krank.de/krankheiten/muttermal/was-tun-wenn-das-muttermal-juckt/
  • https://www.dr-gumpert.de/html/muttermal_juckt.html
  • https://www.heilpraxisnet.de/symptome/muttermal-juckt-ursachen-therapie
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