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Betroffene, leiden unter starker Tagesmüdigkeit, nicken am Esstisch oder im Bus spontan ein und wirken auf Außenstehende teils desorientiert – die Rede ist von der Narkolepsie. Die Erkrankung ist neurologischen Ursprungs und schränkt unbehandelt die Lebensqualität Betroffener immens ein. Doch wie genau äußert sich eine Narkolepsie, wodurch wird sie verursacht und welche Therapieansätze wurden bislang entwickelt?

Was genau ist die Narkolepsie überhaupt?

Landläufig wird die Narkolepsie als Schlafsucht bezeichnet. Sie gehört zur Gruppe der Hypersomnien und lässt sich in verschiedene Formen einteilen: eine Narkolepsie ohne Kataplexie (Muskelerschlaffung), eine Narkolepsie mit Kataplexie (klassische Narkolepsie) und eine sekundäre Narkolepsie (entstanden durch Verletzungen des Hirns, beispielsweise durch einen Tumor).

Die Erkrankung tritt nur selten auf und ist grundsätzlich nicht heilbar. Behandlungen fokussieren sich auf die Linderung der Symptome, nicht auf die Bekämpfung der Hauptursache. Glücklicherweise ist die Narkolepsie nicht direkt letal. Laut Experten sind in Deutschland ungefähr 40.000 Personen an einer Narkolepsie erkrankt, die Dunkelziffer kann jedoch weitaus höher liegen. Oft wird die Erkrankung nicht als solche erkannt und als Schlafstörung abgetan.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Heilen lässt sich die Narkolepsie leider nicht. Allerdings bietet die fortschrittliche Medizin einige Möglichkeiten, um Symptome weitgehend abzuschwächen. Zur medikamentösen Therapie kommen diverse Präparate zum Einsatz. Die erste Wahl fällt auf das Mittel Modafinil. Die Wirkung von Modafinil ist sehr effektiv und verursacht im Gegensatz zu anderen Medikamenten kaum Nebenwirkungen wie Gewichtsverlust oder Magenbeschwerden.

Des Weiteren können Medikamente wie MAO-Hemmer, Methylphenidat, Dextroamphetamin oder Ephedrin gegen die Narkolepsie helfen. Eine dauerhafte Einnahme der Medikamente ist nötig. Da die Medikation Nebenwirkungen auslösen kann, ist eine regelmäßige ärztliche Untersuchung unerlässlich.

Neben der medikamentösen Therapie können sich Betroffene selbst durch die Einhaltung eines gesunden Schlafrhythmus helfen. Ein regelmäßiger Mittagsschlaf kann helfen, die Tagesmüdigkeit zu verringern. Situationen mit erhöhtem Unfallrisiko sollten vermieden werden.

Welche Symptome ruft eine Narkolepsie hervor?

Von einer Hypersomnie betroffene Personen haben einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus, bedingt durch eine Funktionsstörung des dafür verantwortlichen Hirnareals. Dies führt zu spontanen Schlafanfällen in ungewöhnlichen Situationen, etwa beim Essen oder während einer Unterhaltung.

Im Falle einer Kataplexie erschlaffen spontan sämtliche Muskeln, wodurch der Patient zusammensackt, allerdings bei vollem Bewusstsein ist. Der überwiegende Großteil der an Narkolepsie erkrankten Personen ist zusätzlich an einer Kataplexie erkrankt. Auslöser einer Kataplexie sind meist starke Emotionen wie Angst, Furcht, Freude oder Überraschung. Die Dauer einer Kataplexie beschränkt sich auf wenige Sekunden.

Rund die Hälfte aller Erkrankten leidet zudem unter einer Insomnie. Der Schlaf in der Nacht wird unruhig, Betroffene wälzen sich stundenlang im Bett und finden keine Ruhe. Der Schlaf ist leicht und sorgt nicht für Erholung – eine chronische Tagesmüdigkeit ist die Folge.

Darüber hinaus sind Narkoleptiker anfällig für weitere Schlafkrankheiten wie das Schlafwandeln oder Schlaflähmungen. Die Diagnose zur Narkolepsie wird gestellt, wenn sich derartige Symptome über einen Zeitraum von sechs Monaten beobachten ließen.

Wie entsteht eine Narkolepsie?

Die Ursachen liegen in einer Fehlfunktion des Nervensystems. Der Grund für die Schädigungen ist noch unklar. Mediziner tippen auf eine Autoimmunerkrankung, durch welche die Immunabwehr spezielle Areale im Hirn angreift und zerstört. Auch Infekte wie Streptokokken können bei der Entstehung eine Rolle spielen.

Darüber hinaus gibt es Anzeichen einer genetischen Prädestination. 

Diagnostiziert wird die Narkolepsie in einem Schlaflabor von Schlafmedizinern. Nach der Abfragung der Krankheitsgeschichte erfolgen Kontrollen durch eine sogenannte Polysomnografie. Nachts werden die Körperfunktionen über Elektroden gemessen. Durch die Herzfunktion, Hirnkurven und Muskelaktivität während des Schlafs lässt sich eine Narkolepsie sicher diagnostizieren.

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