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Allein die Vorstellung ist ein Alptraum. Du schläfst, und du willst so deinem Geist und Körper ausreichend Erholung im Tiefschlaf verschaffen. Stattdessen wirst du während der gesamten Schlafenszeit von Giftstoffen aus deiner Matratze umnebelt. Diese dringen über die Haut in den Körper ein, aber auch durch Ausdampfen über die Atemwege. Und diese Toxine sind obendrein auch in einigen gepolsterten Spielteppichen und in Kopfkissen sowie Matratzen für Kinderbetten nachweisbar. In diesem Beitrag findest du alles über Gift in Matratzen und welche Gifte sehr gefährlich sind.

Produktionsunfall bei BASF vergiftet Matratzen, Kopfkissen, Polstermöbel und Autositze

Das Problem von mit Toxinen kontaminierten Matratzen und Kopfkissen existiert seit Jahrzehnten, wurde durch einen Produktionsfehler bei BASF aber wieder aktuell. Der Chemiegigant stellt mit Toluoldii­socyanat einen Rohstoff her, der vorzugsweise zur Produktion von Schaumstoffen, Polstermöbeln oder Auflagen für Gartenliegen verwendet wird.

Versehentlich wurde dieses Basismaterial mit Dichlor­benzol verunreinigt. Es ist bekannt, dass Dichlor­benzol Augen und Haut reizt und die Chemikalie steht in Verdacht, verschiedene Arten von Krebs auszulösen oder deren Entstehung zu fördern. Insgesamt lieferte BASF Ende 2017 rund 7.500 Tonnen kontaminiertes Toluoldii­socyanat an über 50 Hersteller von Schaumstoffen aus. Diese hatten bereits ein Drittel davon verarbeitet und größtenteils die Produkte ausgeliefert, als der Fehler entdeckt wurde. Als Gegenmaßnahme wurde eine Rückrufaktion verschiedenster Produkte veranlasst.

Darunter sollen sich auch Neuwagen mit giftstoffbelasteten Autositzen befunden haben, die bereits auf dem Weg in die USA waren.

In welchen Matratzen wurde der krebserregende Schaumstoff von BASF verarbeitet?

Dies ist bis dato nicht bekannt.

BASF hat aber eine telefonische Verbraucherinformation eingerichtet, die an Werktagen bis 18 Uhr unter dieser Nummer erreichbar ist: +49 621 60-21919.

Fest steht aber, dass bei der Verarbeitung der Schaumstoffe zu Matratzen oder Autositzen etwa eine Woche vergeht. Während dieser Zeitspanne atmet der Schaumstoff rund 90% des Dichlor­benzol ab. Bereits nach dieser kurzen Zeitspanne liegt die Belastung von Dichlor­benzol in der Raumluft deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten.

Bis das Produkt beim Verbraucher tatsächlich genutzt wird, vergehen in der Regel weitere Wochen, in denen sich der Giftstoff weiter verflüchtigt.

Bis das Produkt beim Verbraucher tatsächlich genutzt wird, vergehen in der Regel weitere Wochen, in denen sich der Giftstoff weiter verflüchtigt.

Welche Gifte werden in belasteten Matratzen gefunden?

Generell ist hierzu anzumerken, dass insbesondere Matratzen mit Memory Form betroffen sind.

In Deutschland als formstabiler Schaumstoff bekannt, wird zur Herstellung dieser besonderen Art der Polsterung Polyurethan verwendet. Vorzugsweise bei Billigprodukten kann es dazu kommen, dass diese Polyurethan mit schädlichen Stoffen belastet ist oder solche beim Herstellungsprozess entstehen.

Häufiger werden diese Toxine in Matratzen nachgewiesen:

1. Polyvinylchlorid

In der Kurzform als PVC bekannt, ist diese Art des Vinyls einer der wichtigsten Basisstoffe in der Kunststoffherstellung. Allerdings enthält PVC gefährliche chemische Zusätze wie Phthalate, Blei, Cadmium und/oder Organozinn, die insbesondere für die Gesundheit von Kindern extrem giftig sein können.

Problem dabei ist, dass PVC diese Toxine vom Augenblick der Herstellung bis zum Ende seiner Lebenszeit abgibt, beispielsweise in einer Müllverbrennungsanlage. Dabei besteht die konkrete Gefahr, dass die ausdampfenden Stoffe Krebs verursachen und sogar das Erbgut verändern.

2. Formaldehyd

Formaldehyd ist ein extrem toxisch wirkendes systemisches Gift, das beim Einatmen über die Lungen aber auch von der Haut aufgenommen wird. Eine Vergiftung mit Formaldehyd kann Schwindel oder Erstickungsanfälle verursachen und Asthma auslösen. In hohen Konzentrationen reizt Formaldehyd die Haut und kann im Extremfall Verbrennungen verursachen. Deshalb sollte dieses Gift in Matratzen beachtet werden.

3. Borsäure

Borsäure ist weniger toxisch, wird sie oral aufgenommen oder über die Haut.

In Form von Borax kann Borsäure jedoch für das Auge ätzend sein und zur Erblindung führen. Borax kann auch die Haut reizen. Gängige Symptome bei einer Vergiftung mit Borsäure sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen sowie Durchfall.

4. Antimontrioxid

Ein längerer Kontakt mit relativ hohen Konzentrationen von Antimon, etwas ab 9 mg je m3 Luft, kann zu Reizungen der Augen, der Haut und der Lunge führen.

Während die Exposition anhält, können schwerwiegendere gesundheitliche Auswirkungen auftreten, wie Lungenerkrankungen, Herzprobleme, Durchfall, schweres Erbrechen sowie Magengeschwüre. Antimon ist eines der häufiger in Schaumstoffen, speziell in Matratzen gefundenes Gift.

5. Verschiedene Arten von Petrochemikalien

Petrochemikalien sind nachgewiesen Auslöser für Allergien, insbesondere solche, die Hautreaktionen und Atemwegsbeschwerden einhergehen.

Einige dieser Stoffe stehen im Verdacht, degenerative Erkrankungen und die Bildung von verschiedenen Krebsarten zu fördern.

Enthalten Ikea Matratzen Gift?

Es ist wenig wahrscheinlich, dass auch vom skandinavischen Möbelgiganten IKEA vertriebene Matratzen mit Toxinen belastet sind. Das schwedische Möbelhaus ist dafür bekannt, alle Produkte regelmäßig auf Verbraucherfreundlichkeit zu testen. Außerdem transponiert IKEA Matratzen und Auflagen ausschließlich in gerolltem Zustand. So finden mehr Matratzen in einem Lkw Platz, was die Transportkosten senkt und den CO2-Ausstoß reduziert.

Da diese Matratzen unter Druck recht straff gerollt werden, wird die in den Schaumstoffen befindliche Luft herausgepresst. Sollten Matratzen von IKEA tatsächlich mit Giftstoffen belastet sein, dürfte davon nach dem Transport in das verkaufende Möbelhaus kaum mehr Restspuren vorhanden sein.

Welche Zertifizierungen für Matratzen gibt es?

Es werden Matratzen mit den unterschiedlichsten Prüfsiegeln und Zertifizierungen angeboten. Dabei ist es für den Verbraucher nicht immer ganz einfach, die Unterschiede zu erkennen.

QUL-Zertifizierung

Diese Zertifizierung des Qualitätsverbandes umweltverträgliche Latexmatratzen darf nur auf Matratzen angebracht werden, die nach den Richtlinien dieses eingetragenen Vereins hergestellt wurden. Durch mechanische sowie chemische Materialprüfungen soll verhindert werden, dass das belasteter Naturlatex zu Matratzen und anderen Produkten verarbeitet wird.

Dabei wird insbesondere geprüft auf:

  • flüchtige organische Verbindungen
  • Schwermetalle
  • Pestizide
  • Pentachlorphenol (PCP)
  • Nitrosamine
ÖkoTex Standard 100 Prüfung

Diese Schadstoffprüfung bezieht sich nicht nur auf die verwendeten Schaumstoffe, sondern auch auf die Bezüge von Matratzen, Kopfkissen und anderen mit Schaumstoff gefüllten Produkten. Dabei werden sporadisch Kontrollen vorgenommen, sowohl bei den Rohstoffen als auch bei fertigen Produkten.

LGA Zertifizierung

Das Zertifikat der Landesgewerbeanstalt schließ auch eine Materialprüfung ein.

So heißen, es wird nicht nur die Schadstofffreiheit von Matratzen nachgeprüft, sondern auch deren Qualität. Außerdem wird geprüft, ob andere Gefährdungen vom Produkt ausgehen, beispielsweise eine leichte Entflammbarkeit. Zudem müssen LGA zertifizierte Matratzen umweltgerecht zu entsorgen sein.

TÜV Zertifikat

Hier wird lediglich geprüft, ob bei der Herstellung von Matratzen und Kissen die Materialien sicher gehandhabt wurden und ob die Abläufe bei der Produktion den Sicherheitsstandards entsprechen.

Fördergemeinschaft körperverträgliche Textilien

Garantiert körperverträglich – Prüfsiegel für gesundheitlich einwandfreie Textilien: Matratzen mit dem Prüfsiegel – Medizinisch getestet und schadstoffgeprüft – wurden genau darauf geprüft, dass aus denen keinerlei gesundheitsschädliche Stoffe austreten.

DIN EN ISO 10993-1 Centrum für Hygiene und medizinische Produktsicherheit

Schadstofffreiheit und die Sicherheit von Matratzen werden im Rahmen der Norm geprüft.

In einigen Ländern Europas müssen beispielsweise Matratzen für Krankenhausbetten diese Norm erfüllen.

Beim Kauf welcher Matratzen ist Vorsicht geboten?

Beim Matratzenkauf solltest du in der Tat nicht wahllos ins Regal greifen. Lassen Hersteller ihre Produkte auf Schadstofffreiheit zertifizieren, ist dies ein guter Anhalt für eine Kaufentscheidung. Allerdings schlägt sich dies fast immer im Preis nieder, denn Schadstoffprüfverfahren und Zertifizierungen sind nicht billig.

Wenn du nun glaubst, mit einer Matratze aus Naturlatex immer richtigzuliegen, dann lässt du dich vom Wort Natur täuschen. In der Tat sind auch diese Matratzen gelegentlich belastet, insbesondere mit Pestiziden. Diese werden eingesetzt, damit die Lieferpflanze Kautschukbaum besser gedeihen und mehr Ertrag liefern kann.

Vorsicht bei schwer entflammbaren Matratzen

Ein weiterer Punkt, der uns mehr Sicherheit vorgaukelt, ist die sogenannte schwere Entflammbarkeit. Um Matratzen, Kissen und andere Komfortprodukte schwer entflammbar zu machen, müssen diese mit chemischen Flammschutzmitteln versetzt werden.

Fakt ist, dass Flammschutzmittel zu der Kategorie Chemikalien gehören, mit denen jeder direkte Kontakt unbedingt zu vermeiden ist. Mehrere Studien haben nachgewiesen, dass Flammschutzmittel das Brustkrebsrisiko erhöhen. Obendrein führen sie zu Atemwegsreizungen, Schilddrüsenerkrankungen und werden dringend verdächtigt, Auslöser für den plötzlichen Kindstod zu sein.

Gift in Matratzen kann den Hormonhaushalt beeinflussen

PBDE wird mit verminderten Werten bei der Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit bei Kindern verbunden, wenn diese den Stoffen vor der Geburt ausgesetzt waren. Mediziner schließen daraus, das diese Schädigung hauptsächlich aufgrund der Wirkung auf die Schilddrüsenhormone zurückzuführen ist.

PBDE wird mit verminderten Werten bei der Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit bei Kindern verbunden, wenn diese den Stoffen vor der Geburt ausgesetzt waren. Mediziner schließen daraus, das diese Schädigung hauptsächlich aufgrund der Wirkung auf die Schilddrüsenhormone zurückzuführen ist.

In einigen Fällen enthalten Matratzen Flammschutzmittel aus Organophosphat. PDBEs sind endokrine Disruptoren, Chemikalien, die schädliche Auswirkungen auf den Hormonhaushalt haben, da ihre Exposition das Schilddrüsen-stimulierende Hormon (TSH) reduzieren kann.

Eine Studie an schwangeren Frauen ergab, dass höhere PDBE-Werte mit niedrigerem TSH assoziiert waren. Außerdem häufte sich das Auftreten einer subklinischen Hyperthyreose bei Frauen mit den höchsten PDBE-Konzentrationen. Selbst subklinische Hyperthyreose ist mit höheren Sterblichkeitsraten, Herzfunktionsstörungen, geringerer Knochenmineraldichte und erhöhtem Frakturrisiko verbunden. Es ist auch ein ernstes Problem für zukünftige Generationen.

Fazit: Gift in Matratzen

Giftige Stoffe wie Antimon oder Formaldehyd können sehr schädlich für den Körper sein und den Hormonhaushalt beeinflussen. Deshalb solltest du immer Acht geben, welche Matratze du kaufst. Jedoch besteht kein Risiko bei Matratzen mit gültigem Prüfsiegel. Ein Prüfsiegel versichert das kein Gift in Matratzen der Hersteller existiert und du diese beruhigt kaufen kannst.

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