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Was ist Gähnen?

Die Reflexreaktion Gähnen gilt als ein Anzeichen von Schläfrigkeit, Müdigkeit oder auch Langeweile und wird daher oft als unhöflich wahrgenommen. Wenn jemand gähnt, dann erfolgt ein tiefes und unwillkürliches Einatmen und der Mund wird weit geöffnet, wodurch die Luft laut eingezogen wird.

Meistens entsteht durch das Gähnen ein entspanntes und gutes Gefühl und wird aufgrund dessen „Räkeln“ des Atems genannt.

Die Kiefer- und Nackenmuskulatur entspannen sich während des Gähnens. Außerdem kommt es während des meist sechs Sekunden andauernden Gähnens zu einem erhöhten Puls und tränenden Augen. Zudem gähnt ein Mensch verstärkt am Morgen und am Abend.

Warum gähnt man?

Wissenschaftler haben einige Erklärungsversuche für die Frage aufgestellt und ein paar von ihnen wurden schon widerlegt.

So galt zum Beispiel bis 1987 die Sauerstoff-Hypothese, die besagt, dass das Gähnen durch eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns ausgelöst wird.

Diese Unterversorgung wurde mit Müdigkeit in Verbindung gesetzt. Dadurch wurde das Gähnen als Bekämpfung der Müdigkeit gesehen. Allerdings hat der US-Psychologe Robert Provine die These widerlegt und aufgezeigt, dass der Sauerstoffgehalt keinen Einfluss auf das Gähnen nimmt.

Die aktuelle These besagt, dass das Gähnen der Kühlung des Gehirns dient. Eine Forschung beweist, dass ein Gähnen bei Ratten erhöht auftritt, wenn die Hirntemperatur steigt. Die Temperatur nimmt durch das Gähnen wieder ab.

Warum ist Gähnen ansteckend?

Neuropsychologen der Universität Nottingham haben in einem Experiment festgestellt, dass das Bedürfnis zu gähnen verstärkt wird, wenn einem untersagt wird zu gähnen. Bei dem Experiment hat es fast niemand geschafft gegen den Drang des Gähnens anzukämpfen.

Neuropsychologen der Universität Nottingham haben in einem Experiment festgestellt, dass das Bedürfnis zu gähnen verstärkt wird, wenn einem untersagt wird zu gähnen. Bei dem Experiment hat es fast niemand geschafft gegen den Drang des Gähnens anzukämpfen.

Die Reaktion, dass du gähnst, wenn eine andere Person in der Nähe gähnt, hängt mit den im Gehirn bestehenden Spiegelneuronen zusammen. Dies sind Nervenzellen, die dafür verantwortlich sind, dass du das Verhalten deines Gegenübers verstehst.

Durch dieses Verständnis hast du das unbewusste Bedürfnis zu gähnen. Zudem haben Forscher belegt, dass du dich eher vom Gähnen anstecken lässt, wenn du dich mit der Person verbunden fühlst.

Somit ist das Gähnen ein Ausdruck von Empathie und Gruppenzugehörigkeit.

Warum gähnt man im Schlaf?

Wie zu Beginn erwähnt, entspannt das Gähnen die Kiefer- und Nackenmuskulatur.

Zudem liegt ein weiterer positiver Effekt in der Einflussnahme auf Hormone. Am Tag verstärkt das Gähnen die Produktion des stimmungsaufhellenden Serotonins und in der Nacht wirkt das Gähnen verstärkend auf die Produktion von Melatonin. Melatonin fördert den Schlaf.

Allerdings kannst du im Tiefschlaf nicht gähnen, da sich alle Muskeln entspannen. Wenn du in dem ersten Schlafstadium gähnst, dann möchte dein Körper dir mitteilen, dass du schlafen solltest.

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Warum gähnt man, wenn man nicht müde ist?

Die Annahme, dass man nur gähnt, wenn man müde ist, ist überholt. Im Laufe der Zeit hat man herausgefunden, dass man auch gähnt, wenn man unter Stress ist oder sich stark konzentriert.

So gibt es Beispiele, bei denen eine Person vor dem Fallschirmsprung oder einer Klausur gähnt. Somit ist die Reaktion des Gähnens nicht allein auf die Müdigkeit zurückzuführen.

Gähnen beim Training

Warum gähnt man, während dem Training? Wenn du während dem Training gähnen musst, dann ist dies kein schlechtes Zeichen. Es bedeutet, dass du dich entspannst.

Warum gähnt man, während dem Training? Wenn du während dem Training gähnen musst, dann ist dies kein schlechtes Zeichen. Es bedeutet, dass du dich entspannst.

Bei vielen Menschen, die gerne in ihrer Freizeit Sport machen, tritt das Phänomen auf, dass sie Gähnen. Die meisten Personen können ein Gähnen nach einem circa einstündigen Konditionstraining beobachten. In solchen Fällen ist das Gähnen wahrscheinlich ein Ausdruck der Entspannung.

Dieses Stadium der Entspannung erreicht man, wenn man sich zuvor bei einem Training, dass einem Freude bereitet, ausgepowert hat. Viele Menschen schämen sich, wenn sie beim Training gähnen. Allerdings weißt du jetzt, dass du dich freuen solltest, da du es geschafft hast in ein unbewusstes Stadium der Entspannung zu gelangen.

Ein anderer Grund, aus dem du beim Trainieren gähnen könntest, ist eine falsche Ernährung. Wenn du dich nicht von ausreichend frischem Obst und Gemüse ernährst, sondern von Energydrinks und Vitamintabletten, dann musst du auch häufiger während dem Sporttraining gähnen.

Warum kommen einem die Tränen, wenn man gähnt?

Beim Gähnen kann es dazu kommen, dass dir deine Augen tränen. Diese tränen nicht, weil du traurig bist, sondern, weil sich deine Gesichtsmuskulatur stark anspannt.

Durch diese Spannung wird ein Zug auf die Augenlider ausgeübt und das kann durch zwei Möglichkeiten zu tränenden Augen führen.

  1. Die erste Möglichkeit ist, dass sich im Ober- und Unterlid zusätzliche Tränendrüsen befinden, die sich durch den angesprochenen Muskelzug entleeren.
  2. Die zweite Möglichkeit ist, dass das Gähnen einen Reflex aktiviert. Dieser Reflex führt dazu, dass die Haupttränendrüsen zur Produktion der Tränenflüssigkeit gedrängt werden.
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Was sind Auslöser für häufiges Gähnen?

Viele Auslöser wurden im bisherigen Text bereits genannt, doch hier sind noch einmal die häufigsten zwei Auslöser.

  • Ansteckung: Am häufigsten lässt du dich von Personen in deinem Umkreis, die gähnen, anstecken. Dies verstärkt sich, wenn du die Person kennst und mit ihr in einem emotionalen Kontakt stehst. Aus diesem Grund gähnen Menschen, die ein besseres Einfühlungsvermögen haben häufiger, haben Forscher herausgefunden.
  • Gefühlslage: Wenn du gestresst oder hungrig bist, oder Langeweile empfindest, dann können diese Gemütslagen der Auslöser für dein Gähnen sein. Dies haben Forscher bei Fallschirmspringern oder bei Schülern vor einer Klausur beobachten können.

Was bringt Gähnen für deinen Körper?

Gähnen bringt positive Auswirkungen auf deinen Körper. So erhöht sich die Sauerstoffaufnahme und die Blutzirkulation wird angeregt.

Gähnen bringt positive Auswirkungen auf deinen Körper. So erhöht sich die Sauerstoffaufnahme und die Blutzirkulation wird angeregt.

Wenn du gähnst, dann sorgt dies für eine erhöhte Sauerstoffaufnahme und die Blutzirkulation im Gehirn wird angeregt.

Somit wird deinem Gehirn wieder auf die Sprünge geholfen. Der entscheidende Vorteil ist aber, dass durch das Gähnen dein Gehirn gekühlt wird. Dies wurde 2010 von amerikanischen Psychologen bei einem Tierversuch bewiesen.

Das Ergebnis des Versuchs ist, dass Ratten gähnen, wenn die Temperatur ihres Gehirns steigt. Dieses Ergebnis lässt sich auch auf Menschen übertragen.

Menschen gähnen häufiger, wenn die Außentemperatur niedriger, als die Körpertemperatur ist. Allerdings lässt der Erklärungsversuch noch Fragen offen, da eine andere Studie bewiesen hat, dass im Sommer mehr gegähnt wird, als zu einer anderen Jahreszeit.

Wann gähnen wir?

Zeitlich gesehen lässt sich sagen, dass das Gähnen verstärkt am Morgen und am Abend, sowie im Sommer auftritt.

Beachtet man allerdings den Gemütszustand, so lässt sich sagen, dass das Gähnen häufiger in Stresssituationen, bei Langeweile oder bei Hunger auftritt.

Was hilft gegen Gähnen?

Auch wenn das Gähnen durch die oberflächigen Gegebenheiten einer Situation erklärt werden kann, ist es in vielen Situationen unangenehm und unangebracht.

Auch wenn Wissenschaftler sagen, dass es keine Sofortmaßnahmen gegen das Gähnen gibt, haben sich die Menschen ein paar Tricks angeeignet. Diese Tricks ermöglichen es, dass du ein Gähnen in den meisten Fällen unterdrücken kannst. Allerdings besteht keine Garantie, dass es funktioniert, doch bei den meisten Menschen funktionieren die folgenden Tricks.

  • Trick 1: Bei dem ersten Trick musst du deine Zungenspitze berühren, wenn du den Drang hast zu gähnen. Wenn du dies getan hast, dann sollte der Drang verschwinden.
  • Trick 2: Ein weiterer Trick besagt, dass du tief durch die Nase einatmen sollst, sobald du den Drang verspürst gähnen zu müssen. Dadurch bleibt dein Mund automatisch verschlossen.
  • Trick 3: Eine weitere Möglichkeit ist, sich den Kopf zu kühlen. Du kannst dir deinen Kopf mit einer kalten Wasserflasche oder einem Kühlakku kühlen. Das führt dazu, dass deine Körpertemperatur niedriger ist als die Außentemperatur. Ist dies der Fall, dann müssen Menschen statistisch gesehen weniger gähnen.
  • Trick 4: Eine weitere bekannte Möglichkeit Gähnen zu stoppen, ist die Zähne zusammenzubeißen. Dabei spannt sich der Kiefer an. Wenn sich der Kiefer anspannt, wird der Drang, Luft zu holen, automatisch gestoppt. Allerdings solltest du dabei darauf achten, dass du über die Lippen weiterhin atmest.

Bei all diesen Maßnahmen gegen das Gähnen sind die Meinungen gespalten. Mache Personen sagen, dass das Unterdrücken eines Gähnens ungesund ist und andere behaupten das Gegenteil. Allerdings hat die Medizinerin Cornelia Jung eine Entwarnung gegeben. Laut ihr ist das Unterdrücken „[…] im Normalfall nicht relevant“. Wenn du längere Gähn-Phasen hast, dann solltest du allerdings einen Arzt aufsuchen und ihn um Rat bitten.

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Was hilft gegen dauerndes Gähnen bei Kindern?

Kinder haben die gleichen Eigenschaften während des Gähnens wie Erwachsene. Kinder gähnen aus den gleichen Gründen wie Erwachsene und bei Kindern helfen auch die gleichen Maßnahmen wie bei Erwachsenen. 2007 hat eine Studie belegt, dass autistische Kinder durch das Schauen von Videos mit gähnenden Menschen nicht zum Gähnen gebracht werden können.

Nicht autistische Kinder gähnen beim Schauen von Videos mit gähnenden Menschen mit.

Fazit: Warum gähnt man?

Gähnen muss grundsätzlich nicht bedeuten, dass du müde oder erschöpft bist. Es kann vor einer ängstlichen Situation oder während des Sportes auftreten. Hierbei muss unterschieden werden, ob dein Gähnen emotional oder körperlich verursacht wird. Wir gähnen öfters, wenn die Person gegenüber auch gähnt. Zudem wird das Gähnen verstärkt, wenn wir die Person mögen oder emotional zu ihr stehen.

Zusammengefasst hat Gähnen folgende Vorteile:

  • Mehr Sauerstoff gelangt in deinen Körper
  • Verbesserte Blutzirkulation
  • Gehirn wird gekühlt

Passend dazu:

Quellen & Studien:

  • https://praxistipps.focus.de/warum-gaehnt-man-das-steckt-dahinter_56611
  • https://www.apotheken-umschau.de/Psyche/Warum-gaehnen-wir-eigentlich-436917.html
  • https://www.akademie-sport-gesundheit.de/magazin/warum-gaehnen-wir-und-warum-ist-es-ansteckend.html
  • https://www.betten.de/magazin/warum-gaehnen-wir-fakten-infos-gaehnen.html
  • https://www.crossfitthun.com/2013/06/10/gähnen-beim-sport/
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Gähnen
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